FRANKFURT, DEUTSCHLAND – Laut ihrem Leistungsbericht, der heute herausgegeben wurde, hat die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) im Jahr 2015 den Großteil ihrer operativen Ziele erfüllt und die meisten ihrer Projekte innerhalb der Budgetvorgaben abgeschlossen. Dabei hat sie Finanzierungsmittel in Rekordhöhe bereitgestellt.

„Wie dieser Bericht zeigt, hat die Arbeit der ADB durchgehend Ergebnisse erbracht, die Millionen von Menschen in Asien und dem Pazifikraum zugute gekommen sind“, sagte Indu Bhushan, Hauptgeschäftsführer von ADBs Strategie- und Richtlinienabteilung. „Nun werden wir uns aber nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen, sondern uns kontinuierlich weiterentwickeln, um die verbleibenden und neuen Herausforderungen meistern zu können. Das wird uns in die Lage versetzen, die Anforderungen unserer wachsenden Mitgliedsstaaten noch besser zu erfüllen.“

Laut ihrem „Development Effectiveness Review (DEfR) Report“ von 2015 – ADBs neuntem Jahresleistungsbericht – hat die ADB im Hinblick auf 13 der 17 Leistungsindikatoren ihre Ziele erreicht. Dabei hat sie etwa 80 % der Regierungsprojekte im Berichtszeitraum im Rahmen der Budgetvorgaben abgeschlossen. Zu den Erfolgen gehörten unter anderem der Bau oder Ausbau von 10.000 Kilometern Straßen sowie die Errichtung von Anlagen zur Erzeugung von insgesamt 400 Megawatt Strom, davon mehr als die Hälfte aus erneuerbaren Energiequellen. Auch die Ergebnisse von Wasser-, Sanitär- und Bewässerungsprojekten kamen Millionen von Haushalten zugute, und die sanierten Schul- und Hochschulgebäude werden heute von fast 7 Millionen Kindern und Jugendlichen genutzt.

Auch die verstärkten Bemühungen der ADB um eine Gleichstellung von Mann und Frau waren von Erfolg gekrönt, denn die Bank hat ihr Ziel, dieses Thema bei 70 Prozent der abgeschlossenen Regierungsprojekte berücksichtigt zu haben, zum ersten Mal im Zeitraum von 2013 bis 2015 erfüllt. Außerdem half die ADB ihren wachsenden Mitgliedsstaaten dabei, 20 Public-Private-Partnership-Projekte (ein Rekordhoch) auf den Weg zu bringen.

Mit Finanzierungszusagen für neue Projekte in Höhe von 16,3 Milliarden Dollar wurde in 2015 ein weiterer Rekord gebrochen. Dieser Betrag entsprach einer Steigerung von 20 % gegenüber dem Vorjahr, und Ausschüttungen und Kofinanzierungsmittel erreichten in 2015 ebenfalls einen Jahresrekord. Außerdem konnte die ADB ihre Bearbeitungszeit von Anträgen und anderen Dokumenten bei Regierungs- und Nichtregierungsprojekten verringern und ihre internen Verwaltungsausgaben um mehr als 10 % pro 1 Million ausgeschütteten US-Dollars senken.Dennoch sind noch einige Schwachpunkte zu beseitigen, da die operative Erfolgsquote mit 72 % unter dem 80-Prozent-Ziel der ADB liegt. Die betriebliche Effizienz litt unter Verzögerungen bei der Projektimplementierung, die im Durchschnitt fast 2 Jahre betrugen und 90 % der staatlichen Projekte betrafen. Außerdem sank die Ausschüttungsquote bei Regierungsprojekten unter anderem aufgrund einer geringen Projektbereitschaft und langwieriger Auftragsvergabeverfahren. Der Anteil von Frauen an der globalen Belegschaft verringerte sich – von 34,5 % in 2014 auf 33,8 % in 2015 – ebenso wie die allgemeine Mitarbeiterzufriedenheit.

Um diese Hindernisse zu beseitigen, hat die ADB in 2014 ihren Aktionsplan zur Zwischenbeurteilung der Fortschritte im Rahmen der Strategie 2020 eingeführt. Dieser Plan enthält unter anderem 10 Punkte zur Beschleunigung der Auftragsvergabe sowie weitere Maßnahmen für eine schnellere Bewilligung von kleinen nicht-staatlichen Transaktionen. Im Dezember 2015 verabschiedete die ADB neue Reformen für mehr Projektbereitschaft, weniger Verzögerungen am Anfang und am Ende von Projekten sowie mehr Effizienz und höhere Gesamterfolgsquoten. Zu den beschlossenen Maßnahmen gehört die Vertragschließung und rückwirkende Finanzierung von projektbezogenen Auslagen seitens des Kreditnehmers vor der Bewilligung von Darlehen. Außerdem hat die ADB ihre Prüfungsanforderungen vereinfacht, um die Auszahlung von Finanzmitteln bei Regierungsprojekten zu beschleunigen, und will den Kofinanzierungsbereich weiter ausbauen. Darüber hinaus bemüht sie sich darum, den Anteil von Frauen an ihrer internationalen Belegschaft zu erhöhen, die Bank für ihre Angestellten noch attraktiver zu machen, und ihre Personalarbeit zu verbessern.

In der Zukunft wird die ADB ihre Geschäftsprozesse – gemäß den Ergebnissen der Zwischenprüfung ihres langfristigen strategischen Rahmenwerks, der Strategie 2020 –, weiter verschlanken. Sie wird die Entscheidungsfindung dezentralisieren und an die Fachbereiche und Länderabteilungen übergeben, um schneller bessere Lösungen für die wachsenden Mitgliedsländer finden zu können.

Zur Ergänzung des DefR wurde vor kurzem auch der Bericht „Together We Deliver“ des Jahres 2015 herausgegeben. Dort werden Geschichten von Menschen, Familien und Gemeinden erzählt, die von ADB-unterstützten Projekten profitiert haben, und deren Leben nachhaltig durch sie verändert wurde. Außerdem enthält er einige Erkenntnisse, die die ADB im vergangenen Jahr gewonnen hat, und Erfahrungen, die sie mit ihren wachsenden Mitgliedsländern, Entwicklungspartnern, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Privatsektorunternehmen gemacht hat.

Die ADB mit Sitz in Manila will die Armut im Asien-Pazifik-Raum durch inklusives Wirtschaftswachstum, umweltverträgliches nachhaltiges Wachstum und regionale Integration verringern. Im Dezember 2016 wird die ADB bereits 50 Jahre Entwicklungszusammenarbeit in dieser Region geleistet haben. Die Entwicklungsbank ist im Besitz ihrer 67 Mitglieder, von denen 48 aus der Asien-Pazifik-Region kommen. Im Jahr  2015 hat die ADB Kredite in Höhe von 27,2 Milliarden US-Dollar vergeben, darunter 10,7 Milliarden US-Dollar Kofinanzierung.

Media Contact